Hospizgruppe Ingelheim e.V.

Mitglied im Hospiz- und Palliativverband Rheinland-Pfalz e.V.

2020 Aktueller Stand Projekt

Aktueller Stand Projekt "Stationäres Hospiz" in Ingelheim 2020


Das Stationäre Hospiz wird in Ingelheim-Nord, auf dem Eckgrundstück Talstraße/Hallgartener Straße gebaut werden. So ein Bauvorhaben verändert natürlich auch die Situation der Anwohnerinnen und Anwohner, was unter Umständen auch Fragen, Bedenken oder auch Sorgen auslösen oder auch Ideen und Anregungen für die Gestaltung aufkommen lassen kann. Frühzeitiger Dialog und Transparenz sind uns hierbei sehr wichtig!

Die derzeitige, Corona bedingte Situation lässt einen persönlichen Austausch in größerer Runde nicht zu. Eine für März geplante Bürgerversammlung mussten wir daher schon absagen. Uns so haben wir zumindest mit einem Brief an die Anwohnerinnen und Anwohner einen ersten Schritt in diese Richtung der gemeinsamen Kommunikation getätigt. 

07.05.2020 Brief an die Anwohnerinnen und Anwohner des zukünftigen Stationären Hospizes in Ingelheim!

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner des zukünftigen Stationären Hospizes in Ingelheim!

Wie Sie bereits seit geraumer Zeit und auch zuletzt der Presse entnehmen konnten, werden wir ein stationäres Hospiz auf dem Grundstück Talstraße/Hallgartener Straße errichten. Eine Informationsveranstaltung am 23. März im Bürgerhaus Frei-Weinheim mussten wir wegen Corona leider absagen. Wir wollten Sie als Bürgerinnen und Bürger über unsere konkreten Planungen informieren, mit Ihnen persönlich ins Gespräch kommen, Ihre Fragen beantworten und Ihnen die Arbeit in einem stationären Hospiz erläutern.

Mit diesem Schreiben möchten wir Sie gern konkreter über unser Bauvorhaben informieren, da es auch in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird, eine persönliche Begegnung in größerer Runde nachzuholen.
Darüber hinaus können Sie jederzeit gern Kontakt mit uns aufnehmen

  • über eine dafür eingerichtete E-Mail-Adresse: stationaeres@hospiz-ingelheim.de
  • telefonisch unter 06132 – 714981
  • über unsere Homepage www.hospiz-ingelheim.de / Seite Fragen zum „Stationäres Hospiz“

Hospizarbeit bedeutet die Begleitung sterbenskranker Menschen, ihrer Angehörigen und die Begleitung Trauernder. Die Erhaltung von Lebensqualität und Menschenwürde, die Wünsche und Bedürfnisse des Kranken bestimmen unser Handeln. Ziel ist es, ein Sterben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Sofern dies nicht möglich oder gewünscht ist, kann die Aufnahme in ein stationäres Hospiz erfolgen.

Stationäre Hospize sind baulich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständige Einrichtungen. Sie verfügen mindestens über 8 und in der Regel höchstens über 16 Betten. Die Bedeutung und der Bedarf eines stationären, hospizlichen Versorgungsangebots steigen.

Die bereits bestehenden Hospize in Mainz-Drais, in Bad Kreuznach, in Simmern sowie in Wiesbaden-Erbenheim sind die bestehenden Kapazitäten nahezu voll ausgelastet; sie liegen nicht zentral und nicht einfach erreichbar, vor allem nicht mit dem ÖPNV: Problematisch bei dem verständlichen Wunsch der Angehörigen, so viel Zeit wie möglich mit dem/der Schwerstkranken/Sterbenden zu verbringen.

Dieses neue Hospiz in Ingelheim, das einzige für den Kreis Mainz-Bingen, ist somit eine wichtige, nötige und eigentlich überfällige Antwort auf die Fragen unserer Gesellschaftsentwicklung! Wir sind daher sehr dankbar, nach langer Suche hier in Frei-Weinheim ein Grundstück für dieses Stationäre Hospiz in Ingelheim gefunden zu haben, das mit Bahn, Bus, Auto und Fähre so gut erreichbar ist!

Wir werden ein Gebäude errichten, das einerseits das Stationäre Hospiz für maximal 12 Hospizgäste (Einzelzimmer) beherbergen wird; darüber hinaus wird auch der ambulante Dienst in den Neubau umziehen. Wir werden uns bemühen, so viel Grün des vorhandenen Grundstücks zu erhalten, wie möglich bzw. auch zu schaffen. Des Weiteren werden wir planerisch mit dem Architekten eine Lösung finden, die bei der verpflichtenden Schaffung von Parkplätzen die vorhandene Parksituation nicht belasten oder verschärfen wird. Das Stationäre Hospiz wird die Caritas betreiben, die bereits seit vielen Jahren mit bester Reputation das Christophorus-Hospiz in der Landeshauptstadt Mainz führt.

In einem Stationären Hospiz gilt:

  • Es geht nicht primär um das Sterben, sondern um das Leben der Menschen! Das Leben geht weiter bis zuletzt!
  • Ein Stationäres Hospiz ist kein „Sterbehaus“, sondern eine Wohn- und Lebensgemeinschaft. Viele Schwerstkranke leben nach einem Einzug erst einmal auf. Sie sind nicht alle zwangsläufig bettlägerig. Vielen Patienten sieht man gar nicht unbedingt an, wie krank sie eigentlich sind.
  • Das Ermöglichen von Normalität, von Aufrechterhalten geliebter Gewohnheiten ist das Ziel. Die Zimmer werden kleine Terrassen haben wie im Rahmen einer ganz normalen Wohnbebauung.
  • Das Hospiz ist kein Krankenhaus und auch keine pflegerische Einrichtung, bei der Sie als Anwohnerinnen und Anwohner durch Rettungswagen mit Martinshorn und Blaulicht belästigt werden.
  • In dem Stationären Hospiz wird es keine „Apparatemedizin“ geben, die die Bewohnerinnen bewegungsunfähig macht, sondern eine liebevolle und möglichst schmerzfreie medizinische und pflegerische Betreuung.
  • Frei-Weinheim liegt am Rhein, ohne Steigungen, ideal für kleine Spaziergänge, auch mit Rollator oder Rollstuhl; es gibt eine gute Infrastruktur mit kleinen Geschäften, Supermärkten, Restaurants, Eis-Café und Imbiss.
  • Im Hospiz werden Feste gefeiert, es wird gesungen und gelacht, und auch verschiedene Veranstaltungen werden durchgeführt.
  • Der Tod wird nicht verheimlicht, aber es wird würdevoll und diskret mit ihm umgegangen, nicht zuletzt durch die Bestattungsunternehmen; es fahren aber auch nicht öfter Leichenwagen vor als bei einem Pflegeheim oder auch insgesamt in einem Stadtteil, in dem auch Menschen leben und in ihren Häuslichkeiten versterben.

Die Integration der Schwerstkranken und ihrer Angehörigen in das Leben war früher selbstverständlich. Wir wollen dazu beitragen, dass das so bleibt!

Herzliche Grüße und bleiben Sie alle gesund! Scheuen Sie nicht den Kontakt mit uns,
auch wenn er derzeit nicht persönlich stattfinden kann!

Dr. Paul Hegemann

Dr. Maresa Biesterfeld

1. Vorsitzender

stellvertretende Vorsitzende


07.04.2020

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Abgeordneten des Rheinland-Pfälzischen Landtages, Frau Helga Lerch und Herr Thomas Barth, in eigens initiierten Artikeln  in der AZ ihrer Befürwortung und Unterstützung des Baus eines Stationären Hospizes in Ingelheim zum Ausdruck gebracht haben! Wir danken beiden ausdrücklich dafür! Solche Stellungnahmen machen Mut, gerade auch in dieser etwas seltsamen Zeit, in der irgendwie alles still zu stehen droht.


07.04.2020 Bericht AZ "Ingelheim und Kreis sollen sich beteiligen"

Die Landtagsabgeordnete Helga Lerch fordert, dass der Bau des stationären Hospizes finanziell unterstützt wird 


INGELHEIM - (red). Die Landtagsabgeordnete und Kreistagsangehörige Helga Lerch begrüßt, dass der Bau eines stationären Hospizes in greifbare Nähe rückt. Wie berichtet, baut die Ingelheimer Hospizgruppe in Frei-Weinheim auf einem freien Grundstück an der Ecke zwischen Talstraße und Hallgartener Straße.... weiterlesen

Bericht der Allgemeinen Zeitung 


03.04.2020 Bericht AZ "Auch Angehörige profitieren von stationärem Hospiz"

Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Ingelheim, Thomas Barth (CDU), befürwortet den geplanten Bau des stationären Hospizes in Frei-Weinheim (Ingelheim).


FREI-WEINHEIM - (dbu). Für den Landtagsabgeordneten Thomas Barth (CDU) ist das geplante stationäre Hospiz in Frei-Weinheim eine folgerichtige Antwort auf den landesweit zunehmenden Bedarf an Palliativ- und Hospizbetten. „Es freut mich sehr, zu hören, dass die langjährigen intensiven Bemühungen der Hospizgruppe Ingelheim nun endlich Früchte tragen“, sagt er.....weiterlesen

Bericht der allgemeinen Zeitung


02.04.2020 Bericht AZ "Ein Bauplatz für das Hospiz" vom 27. März 2020

Mit der bereits beworbenen Informationsveranstaltung, die für den 23. März im Bürgerhaus Frei-Weinheim von uns geplant war, wollten wir Sie gern persönlich über unsere konkreten Planungen informieren und dabei mit Ihnen ins Gespräch kommen, Ihre Fragen beantworten und Ihnen die Arbeit in einem stationären Hospiz erläutern und näherbringen.

Daher sind wir der AZ sehr dankbar, dass sie Sie über die wichtigsten Pfeiler der Planungen im folgenden Bericht informiert.

Für Fragen stehen wir Ihnen trotz aller äußeren Umstände jederzeit gern zur Verfügung. Schreiben Sie uns eine Mail an stationaeres@hospiz-ingelheim.de - Ihre Frage wird so bald wie möglich von uns beantwortet werden.“


Stationäres Hospiz wird in Frei-Weinheim gebaut    

Die Entscheidung steht: Die stationäre Einrichtung wird in Frei-Weinheim errichtet 

Von Dennis Buchwald

INGELHEIM/FREI-WEINHEIM. Jetzt kann das Herzensprojekt der Ingelheimer Hospizgruppe so richtig Fahrt aufnehmen: Die Standortfrage ist geklärt, das stationäre Hospiz wird in Frei-Weinheim gebaut. Der Bauplatz befindet sich auf einem freien Grundstück an der Ecke zwischen Talstraße und Hallgartener Straße. Das hat Dr. Paul Hegemann, der Vorsitzende der Hospizgruppe, im Gespräch mit dieser Zeitung bekannt gegeben.

Auf über 1000 Quadratmetern Fläche sollen mindestens acht Zimmer entstehen. Das entspricht der gesetzlichen Vorgabe für ein stationäres Hospiz. Bei entsprechender Nachfrage soll das Gebäude um vier Zimmer erweitert werden. "Wir gehen davon aus, dass die acht Zimmer relativ schnell belegt sein werden", erklärt Hegemann. Denn das Einzugsgebiet ist groß, im ganzen Landkreis Mainz-Bingen gibt es kein stationäres Hospiz. Auch für Menschen aus den angrenzenden Städten im Rheingau wie Oestrich-Winkel oder Geisenheim ist Frei-Weinheim gut erreichbar. "Der Bedarf steigt zusehends", weiß Hegemann als Palliativ-Mediziner. Zudem stößt die ambulante Versorgung der Hospizgruppe an ihre Grenzen.

Die nächsten stationären Einrichtungen befinden sich in Mainz-Drais und Bad Kreuznach. Die Wartezeiten sind mitunter lang. "Und es ist nicht akzeptabel, dass die Menschen teilweise nach Simmern ausweichen müssen", meint Hegemann. Das ist vor allem für die Angehörigen belastend. Sie müssen weite Wege zurücklegen, um ihren geliebten Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten. Die Suche nach einem geeigneten Standort hat die Ingelheimer Hospizgruppe lange beschäftigt. Schon vor zwei Jahren schien die Frage fast geklärt. Wunschobjekt war ein Grundstück im Umfeld des ehemaligen Weiterbildungszentrums. Insbesondere die Nähe zum Altenzentrum "Im Sohl" wäre vorteilhaft gewesen, berichtet Hegemann. Doch das Grundstück stehe nicht zum Verkauf.

Eine weitere Option sei gewesen, einen Teil des Ingelheimer Krankenhauses zu nutzen. Die Hospizgruppe habe Gespräche mit der Stadt, dem Insolvenzverwalter und dem jetzigen Betreiber CCare geführt. Doch auch diese Möglichkeit zerschlug sich. Mit der jetzigen Lösung in Frei-Weinheim ist Hegemann zufrieden: "Wir sind freier in der baulichen Planung."

Spatenstich im Oktober oder November geplant.

Zurzeit werde der Kauf des Grundstücks abgewickelt, dann soll eine Bauvoranfrage und schließlich der Bauantrag gestellt werden. Der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen, sagt Hegemann und peilt Oktober oder November an. Betrieben wird das stationäre Hospiz von der Caritas-Altenhilfe St. Martin Rheinhessen. Sie blickt als Träger des Christophorus-Hospizes in Mainz-Drais auf jahrelange Erfahrung zurück. Die Kosten für das stationäre Hospiz beziffert Hegemann auf rund vier Millionen Euro. "Das ist für unseren Verein eine ordentliche Summe", sagt Hegemann. Umso mehr hofft der Vorsitzende der Hospizgruppe auf die Unterstützung von Stadt und Kreis. Und natürlich freut sich der Verein über jede Spende. "Viele sind schon auf uns zugekommen in den vergangenen Jahren", berichtet Hegemann. "Das ist großartig und rührt uns." Ein wenig Sorge bereitet ihm in dieser Hinsicht die Corona-Krise. Denn der Verein kann weder für seine Sache werben noch die Bürger direkt informieren. Letzteres sollte eigentlich bei einer Bürgerversammlung am vergangenen Montag geschehen, doch die Veranstaltung musste wegen der Pandemie abgesagt werden.

Für die Gäste - so sollen sich die sterbenden Menschen fühlen - ist der Aufenthalt im stationären Hospiz kostenfrei. Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Kosten, die restlichen fünf Prozent werden über Spenden finanziert. Das Ziel der Hospiz-Arbeit verändert sich durch die stationäre Einrichtung nicht. Nach wie vor soll gelten: ambulant vor stationär. Die Menschen sollen zu Hause sterben können, in ihrer gewohnten Umgebung. Doch nicht immer ist das möglich. Deshalb baut der Verein das stationäre Hospiz.


 

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