Hospizgruppe Ingelheim e.V.

Mitglied im Hospiz- und Palliativverband Rheinland-Pfalz e.V.

2020 Aktueller Stand Projekt

Projekt "Stationäres Hospiz" in Ingelheim 2020




29.11.2020 Brief an die Anwohnerinnen und Anwohner des zukünftigen Stationären Hospizes in Ingelheim!

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner des geplanten Stationären Hospizes in Ingelheim!

Der Kontakt zu Ihnen und auch die nötige Transparenz sind uns sehr wichtig, und so möchten wir Sie gern über die Entwicklung des Projektes „Ein Stationäres Hospiz für Ingelheim“ auf dem Laufenden halten.

Die für März geplante, persönliche Begegnung in größerer Runde nachzuholen, war leider aufgrund der sich auch im Sommer nur marginal entspannenden Corona-Situation nicht möglich. Auch war der Projektstand im Sommer nicht wesentlich anders gewesen, als es im letzten Brief vom Mai 2020 der Fall war. Nun haben wir aber mehr Informationen für Sie.

Der Erwerb des Grundstücks Talstraße/Ecke Hallgartener Straße durch den Hospizverein ist notariell beurkundet. Daher konnten nun auf (auch im übertragenen Sinne) sicherem Boden die konkreten Planungen für den Neubau beginnen.

Wir wollen ein Gebäude errichten, das einerseits das Stationäre Hospiz für maximal 12 Hospizgäste (Einzelzimmer) beherbergen wird; darüber hinaus wird auch der ambulante Dienst in den Neubau umziehen.

Der Bau- und Planungsausschuss und der Stadtrat der Stadt Ingelheim stimmten der Einleitung einer Änderung des Bebauungsplans für das Baugrundstück im September einstimmig zu, so dass Anfang Oktober eine frühzeitige Beteiligung der Bürger nach Offenlegung der Entwürfe bekannt gemacht wurde: Wenn nun alles, wie geplant, weitergeht, könnte das Bebauungsplanverfahren im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein, so dass ein Baubeginn im Herbst 2021 möglich wäre.

Ein wichtiger Punkt ist im Moment bei der Planung die PKW-Stellplatz-Thematik. Wir wissen um die schwierige Situation in diesem Gebiet und nehmen die Bedenken sehr ernst, die eben auch von Ihnen als Anwohnerinnen und Anwohnern geäußert wurden – Dank dafür! Die Planung sieht grundsätzlich genügend eigene Stellplätze auf dem Baugrundstück vor.

Das Architektenteam des Büros „Brendel und Strobel“ in Gau-Algesheim hat sehr gute erste Entwürfe gestaltet. Die Ansichten des Gebäudes haben wir Ihnen hier abgebildet. Es fehlt in der Darstellung die geplante Begrünung, die sonst die Ansicht in der Zeichnung verdecken würde.


Ansicht Nord-Ost-Seite (Sicht von der Talstraße aus)

Ansicht Nord-Ost-Seite (Sicht von der Talstraße aus)

Vor dem eingeschossigen Längsbau auf der linken Seite dieser Ansicht wird eine großzügig gestaltete Gartenanlage für die Bewohnerinnen und Bewohner des Hospizes entstehen, zudem ist vor jedem Zimmer, das durch die 3-teiligen Glastüren zu erkennen ist, eine kleine Terrasse mit entsprechender Gartengestaltung vorgesehen.

Ansicht Süd-West-Seite (Rückseite davon)

Ansicht Süd-West-Seite (Rückseite davon)

Auch hier wird später die Gartengestaltung zum 3-türigen Ausgang der Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner die Ansicht beherrschen.

Ansicht Süd-Ost-Seite (von der Einmündung Hallgartener Straße aus)

Ansicht Süd-Ost-Seite (von der Einmündung Hallgartener Straße aus)

Das Dach des Gebäudes wird begrünt werden, auch so, dass rankende Pflanzen über das Dach wachsen. 

Ansicht Nord-West-Seite (Gegenseite davon)

Ansicht Nord-West-Seite (Gegenseite davon)

An dieser Seite wird sich eine Durchfahrt befinden, die die Anfahrt über die Hallgartener Straße entlasten soll.


Leider kann der Baumbestand auf dem Grundstück nicht erhalten bleiben. Derzeit sind wir im Gespräch mit der „Unteren Naturschutzbehörde“, um die nötigen Voraussetzungen zu klären, um den Baumbestand innerhalb des zulässigen Zeitfensters fällen zu lassen.

Wir wollen aber – weil wir das auch sehr bedauern und es uns auch nicht leicht fällt, die Bäume zu beseitigen – für eine nachhaltige Ersatzbegrünung für das Grundstück sorgen: Das ist uns ein eigenes und wichtiges Anliegen!

Hinsichtlich der inneren Raumgestaltung bekommen die Entwürfe immer mehr Gestalt, die Raum für gutes Arbeiten, insbesondere aber auch die Atmosphäre einer guten und behaglichen Wohnsituation für die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige schaffen soll. Dabei sind wir in ganz engem Kontakt mit den Vertretern der Caritas, die das Hospiz professionell betreiben wird. Sie bringen die wertvollen Erfahrungen mit, die sie über die vielen Jahre des erfolgreichen Führens des Stationären Hospizes in Mainz-Drais gewonnen haben. Alle Treffen, die wir in diesem Zusammenhang bisher hatten, bewerten wir als ausgesprochen vertrauensvoll und konstruktiv. Darüber sind wir sehr glücklich!

Auch alle mit dem Projekt befassten Behörden und die Kostenträger stehen dem Vorhaben sehr positiv gegenüber, so dass wir davon ausgehen, eine in allen Belangen gute Lösung für dieses Stationäre Hospiz zu finden!

Sie können gern jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen

  • über eine dafür eingerichtete E-Mail-Adresse: stationaeres@hospiz-ingelheim.de
  • telefonisch unter 06132 – 714981
  • über unsere Homepage www.hospiz-ingelheim.de / Seite „Stationäres Hospiz“

Corona wird uns leider länger begleiten, als wir das am Anfang des Jahres gedacht oder erwartet haben. Daher scheuen Sie nicht den Kontakt mit uns, auch wenn er derzeit nicht persönlich stattfinden kann!


Herzliche Grüße und bleiben Sie alle gesund!

Dr. Paul Hegemann

Dr. Maresa Biesterfeld

Vorsitzender

stellvertretende Vorsitzende


 

31.10.2020 Aktuelle Information - Unser Projekt "Ein stationäres Hospiz für Ingelheim"


Notariell ist der Erwerb des Grundstücks in Frei-Weinheim (Ecke Talstraße/Hallgartender Straße) beurkundet. Daher konnten nun auf (auch im übertragenen Sinne) sicherem Boden die konkreten Planungen für den Neubau beginnen. Das Architektenteam des Büros „Brendel und Strobel“ in Gau-Algesheim hat tolle Arbeit geleistet und sehr gute erste Entwürfe für „unser“ Grundstück in Frei-Weinheim gestaltet.

Mithilfe von Vertretern der Caritas, die über reichhaltige Erfahrungen in der stationären Hospizarbeit verfügen, und auch Vertretern des Bauamtes und der Bauaufsicht der Stadt Ingelheim bekommen die Entwürfe immer mehr inneren und äußeren Feinschliff. Alle Treffen, die wir in diesem Zusammenhang bisher hatten, bewerten wir als ausgesprochen vertrauensvoll und konstruktiv! Darüber sind wir sehr glücklich! An dieser Stelle bedanken wir uns sehr bei allen Vertretern der Stadt Ingelheim, die uns mit sehr viel Unterstützung und jederzeit kurzfristig möglichen Gesprächen und wertvollen Informationen zur Seite stehen! 

Der Bauausschuss der Stadt Ingelheim stimmte der Änderung des Bebauungsplans am 1. September einstimmig zu, somit wurde Anfang Oktober einer frühzeitigen Beteiligung der Bürger nach Offenlegung der Entwürfe zugestimmt!           

Es geht somit weiter, und wenn alles gut geht,

dann kann ENDLICH im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden! 

Wir haben einen Finanzierungsplan auf die Beine gestellt: Auf dessen Grundlage haben wir im Spätsommer bei der Stadt Ingelheim und beim Kreis Mainz-Bingen unser Konzept vorgestellt und um finanzielle Unterstützung gebeten. Diese war dankenswerterweise bereits mehrfach von beiden Seiten in Aussicht gestellt worden. Auch konnten wir bereits grundlegende Gespräche mit Banken führen, einerseits über die Finanzierung des Projektes, andererseits auch über effiziente Spendenakquise. 

07.05.2020 Brief an die Anwohnerinnen und Anwohner des zukünftigen Stationären Hospizes in Ingelheim!

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner des zukünftigen Stationären Hospizes in Ingelheim!

Wie Sie bereits seit geraumer Zeit und auch zuletzt der Presse entnehmen konnten, werden wir ein stationäres Hospiz auf dem Grundstück Talstraße/Hallgartener Straße errichten. Eine Informationsveranstaltung am 23. März im Bürgerhaus Frei-Weinheim mussten wir wegen Corona leider absagen. Wir wollten Sie als Bürgerinnen und Bürger über unsere konkreten Planungen informieren, mit Ihnen persönlich ins Gespräch kommen, Ihre Fragen beantworten und Ihnen die Arbeit in einem stationären Hospiz erläutern.

Mit diesem Schreiben möchten wir Sie gern konkreter über unser Bauvorhaben informieren, da es auch in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird, eine persönliche Begegnung in größerer Runde nachzuholen.
Darüber hinaus können Sie jederzeit gern Kontakt mit uns aufnehmen

  • über eine dafür eingerichtete E-Mail-Adresse: stationaeres@hospiz-ingelheim.de
  • telefonisch unter 06132 – 714981
  • über unsere Homepage www.hospiz-ingelheim.de / Seite Fragen zum „Stationäres Hospiz“

Hospizarbeit bedeutet die Begleitung sterbenskranker Menschen, ihrer Angehörigen und die Begleitung Trauernder. Die Erhaltung von Lebensqualität und Menschenwürde, die Wünsche und Bedürfnisse des Kranken bestimmen unser Handeln. Ziel ist es, ein Sterben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Sofern dies nicht möglich oder gewünscht ist, kann die Aufnahme in ein stationäres Hospiz erfolgen.

Stationäre Hospize sind baulich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständige Einrichtungen. Sie verfügen mindestens über 8 und in der Regel höchstens über 16 Betten. Die Bedeutung und der Bedarf eines stationären, hospizlichen Versorgungsangebots steigen.

Die bereits bestehenden Hospize in Mainz-Drais, in Bad Kreuznach, in Simmern sowie in Wiesbaden-Erbenheim sind die bestehenden Kapazitäten nahezu voll ausgelastet; sie liegen nicht zentral und nicht einfach erreichbar, vor allem nicht mit dem ÖPNV: Problematisch bei dem verständlichen Wunsch der Angehörigen, so viel Zeit wie möglich mit dem/der Schwerstkranken/Sterbenden zu verbringen.

Dieses neue Hospiz in Ingelheim, das einzige für den Kreis Mainz-Bingen, ist somit eine wichtige, nötige und eigentlich überfällige Antwort auf die Fragen unserer Gesellschaftsentwicklung! Wir sind daher sehr dankbar, nach langer Suche hier in Frei-Weinheim ein Grundstück für dieses Stationäre Hospiz in Ingelheim gefunden zu haben, das mit Bahn, Bus, Auto und Fähre so gut erreichbar ist!

Wir werden ein Gebäude errichten, das einerseits das Stationäre Hospiz für maximal 12 Hospizgäste (Einzelzimmer) beherbergen wird; darüber hinaus wird auch der ambulante Dienst in den Neubau umziehen. Wir werden uns bemühen, so viel Grün des vorhandenen Grundstücks zu erhalten, wie möglich bzw. auch zu schaffen. Des Weiteren werden wir planerisch mit dem Architekten eine Lösung finden, die bei der verpflichtenden Schaffung von Parkplätzen die vorhandene Parksituation nicht belasten oder verschärfen wird. Das Stationäre Hospiz wird die Caritas betreiben, die bereits seit vielen Jahren mit bester Reputation das Christophorus-Hospiz in der Landeshauptstadt Mainz führt.

In einem Stationären Hospiz gilt:

  • Es geht nicht primär um das Sterben, sondern um das Leben der Menschen! Das Leben geht weiter bis zuletzt!
  • Ein Stationäres Hospiz ist kein „Sterbehaus“, sondern eine Wohn- und Lebensgemeinschaft. Viele Schwerstkranke leben nach einem Einzug erst einmal auf. Sie sind nicht alle zwangsläufig bettlägerig. Vielen Patienten sieht man gar nicht unbedingt an, wie krank sie eigentlich sind.
  • Das Ermöglichen von Normalität, von Aufrechterhalten geliebter Gewohnheiten ist das Ziel. Die Zimmer werden kleine Terrassen haben wie im Rahmen einer ganz normalen Wohnbebauung.
  • Das Hospiz ist kein Krankenhaus und auch keine pflegerische Einrichtung, bei der Sie als Anwohnerinnen und Anwohner durch Rettungswagen mit Martinshorn und Blaulicht belästigt werden.
  • In dem Stationären Hospiz wird es keine „Apparatemedizin“ geben, die die Bewohnerinnen bewegungsunfähig macht, sondern eine liebevolle und möglichst schmerzfreie medizinische und pflegerische Betreuung.
  • Frei-Weinheim liegt am Rhein, ohne Steigungen, ideal für kleine Spaziergänge, auch mit Rollator oder Rollstuhl; es gibt eine gute Infrastruktur mit kleinen Geschäften, Supermärkten, Restaurants, Eis-Café und Imbiss.
  • Im Hospiz werden Feste gefeiert, es wird gesungen und gelacht, und auch verschiedene Veranstaltungen werden durchgeführt.
  • Der Tod wird nicht verheimlicht, aber es wird würdevoll und diskret mit ihm umgegangen, nicht zuletzt durch die Bestattungsunternehmen; es fahren aber auch nicht öfter Leichenwagen vor als bei einem Pflegeheim oder auch insgesamt in einem Stadtteil, in dem auch Menschen leben und in ihren Häuslichkeiten versterben.

Die Integration der Schwerstkranken und ihrer Angehörigen in das Leben war früher selbstverständlich. Wir wollen dazu beitragen, dass das so bleibt!

Herzliche Grüße und bleiben Sie alle gesund! Scheuen Sie nicht den Kontakt mit uns,
auch wenn er derzeit nicht persönlich stattfinden kann!

Dr. Paul Hegemann

Dr. Maresa Biesterfeld

1. Vorsitzender

stellvertretende Vorsitzende


07.04.2020

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Abgeordneten des Rheinland-Pfälzischen Landtages, Frau Helga Lerch und Herr Thomas Barth, in eigens initiierten Artikeln  in der AZ ihrer Befürwortung und Unterstützung des Baus eines Stationären Hospizes in Ingelheim zum Ausdruck gebracht haben! Wir danken beiden ausdrücklich dafür! Solche Stellungnahmen machen Mut, gerade auch in dieser etwas seltsamen Zeit, in der irgendwie alles still zu stehen droht.


07.04.2020 Bericht AZ "Ingelheim und Kreis sollen sich beteiligen"

Die Landtagsabgeordnete Helga Lerch fordert, dass der Bau des stationären Hospizes finanziell unterstützt wird 


INGELHEIM - (red). Die Landtagsabgeordnete und Kreistagsangehörige Helga Lerch begrüßt, dass der Bau eines stationären Hospizes in greifbare Nähe rückt. Wie berichtet, baut die Ingelheimer Hospizgruppe in Frei-Weinheim auf einem freien Grundstück an der Ecke zwischen Talstraße und Hallgartener Straße.... weiterlesen

Bericht der Allgemeinen Zeitung 


03.04.2020 Bericht AZ "Auch Angehörige profitieren von stationärem Hospiz"

Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Ingelheim, Thomas Barth (CDU), befürwortet den geplanten Bau des stationären Hospizes in Frei-Weinheim (Ingelheim).


FREI-WEINHEIM - (dbu). Für den Landtagsabgeordneten Thomas Barth (CDU) ist das geplante stationäre Hospiz in Frei-Weinheim eine folgerichtige Antwort auf den landesweit zunehmenden Bedarf an Palliativ- und Hospizbetten. „Es freut mich sehr, zu hören, dass die langjährigen intensiven Bemühungen der Hospizgruppe Ingelheim nun endlich Früchte tragen“, sagt er.....weiterlesen

Bericht der allgemeinen Zeitung


02.04.2020 Bericht AZ "Ein Bauplatz für das Hospiz" vom 27. März 2020

Mit der bereits beworbenen Informationsveranstaltung, die für den 23. März im Bürgerhaus Frei-Weinheim von uns geplant war, wollten wir Sie gern persönlich über unsere konkreten Planungen informieren und dabei mit Ihnen ins Gespräch kommen, Ihre Fragen beantworten und Ihnen die Arbeit in einem stationären Hospiz erläutern und näherbringen.

Daher sind wir der AZ sehr dankbar, dass sie Sie über die wichtigsten Pfeiler der Planungen im folgenden Bericht informiert.

Für Fragen stehen wir Ihnen trotz aller äußeren Umstände jederzeit gern zur Verfügung. Schreiben Sie uns eine Mail an stationaeres@hospiz-ingelheim.de - Ihre Frage wird so bald wie möglich von uns beantwortet werden.“


Stationäres Hospiz wird in Frei-Weinheim gebaut    

Die Entscheidung steht: Die stationäre Einrichtung wird in Frei-Weinheim errichtet 

Von Dennis Buchwald

INGELHEIM/FREI-WEINHEIM. Jetzt kann das Herzensprojekt der Ingelheimer Hospizgruppe so richtig Fahrt aufnehmen: Die Standortfrage ist geklärt, das stationäre Hospiz wird in Frei-Weinheim gebaut. Der Bauplatz befindet sich auf einem freien Grundstück an der Ecke zwischen Talstraße und Hallgartener Straße. Das hat Dr. Paul Hegemann, der Vorsitzende der Hospizgruppe, im Gespräch mit dieser Zeitung bekannt gegeben.

Auf über 1000 Quadratmetern Fläche sollen mindestens acht Zimmer entstehen. Das entspricht der gesetzlichen Vorgabe für ein stationäres Hospiz. Bei entsprechender Nachfrage soll das Gebäude um vier Zimmer erweitert werden. "Wir gehen davon aus, dass die acht Zimmer relativ schnell belegt sein werden", erklärt Hegemann. Denn das Einzugsgebiet ist groß, im ganzen Landkreis Mainz-Bingen gibt es kein stationäres Hospiz. Auch für Menschen aus den angrenzenden Städten im Rheingau wie Oestrich-Winkel oder Geisenheim ist Frei-Weinheim gut erreichbar. "Der Bedarf steigt zusehends", weiß Hegemann als Palliativ-Mediziner. Zudem stößt die ambulante Versorgung der Hospizgruppe an ihre Grenzen.

Die nächsten stationären Einrichtungen befinden sich in Mainz-Drais und Bad Kreuznach. Die Wartezeiten sind mitunter lang. "Und es ist nicht akzeptabel, dass die Menschen teilweise nach Simmern ausweichen müssen", meint Hegemann. Das ist vor allem für die Angehörigen belastend. Sie müssen weite Wege zurücklegen, um ihren geliebten Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten. Die Suche nach einem geeigneten Standort hat die Ingelheimer Hospizgruppe lange beschäftigt. Schon vor zwei Jahren schien die Frage fast geklärt. Wunschobjekt war ein Grundstück im Umfeld des ehemaligen Weiterbildungszentrums. Insbesondere die Nähe zum Altenzentrum "Im Sohl" wäre vorteilhaft gewesen, berichtet Hegemann. Doch das Grundstück stehe nicht zum Verkauf.

Eine weitere Option sei gewesen, einen Teil des Ingelheimer Krankenhauses zu nutzen. Die Hospizgruppe habe Gespräche mit der Stadt, dem Insolvenzverwalter und dem jetzigen Betreiber CCare geführt. Doch auch diese Möglichkeit zerschlug sich. Mit der jetzigen Lösung in Frei-Weinheim ist Hegemann zufrieden: "Wir sind freier in der baulichen Planung."

Spatenstich im Oktober oder November geplant.

Zurzeit werde der Kauf des Grundstücks abgewickelt, dann soll eine Bauvoranfrage und schließlich der Bauantrag gestellt werden. Der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen, sagt Hegemann und peilt Oktober oder November an. Betrieben wird das stationäre Hospiz von der Caritas-Altenhilfe St. Martin Rheinhessen. Sie blickt als Träger des Christophorus-Hospizes in Mainz-Drais auf jahrelange Erfahrung zurück. Die Kosten für das stationäre Hospiz beziffert Hegemann auf rund vier Millionen Euro. "Das ist für unseren Verein eine ordentliche Summe", sagt Hegemann. Umso mehr hofft der Vorsitzende der Hospizgruppe auf die Unterstützung von Stadt und Kreis. Und natürlich freut sich der Verein über jede Spende. "Viele sind schon auf uns zugekommen in den vergangenen Jahren", berichtet Hegemann. "Das ist großartig und rührt uns." Ein wenig Sorge bereitet ihm in dieser Hinsicht die Corona-Krise. Denn der Verein kann weder für seine Sache werben noch die Bürger direkt informieren. Letzteres sollte eigentlich bei einer Bürgerversammlung am vergangenen Montag geschehen, doch die Veranstaltung musste wegen der Pandemie abgesagt werden.

Für die Gäste - so sollen sich die sterbenden Menschen fühlen - ist der Aufenthalt im stationären Hospiz kostenfrei. Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Kosten, die restlichen fünf Prozent werden über Spenden finanziert. Das Ziel der Hospiz-Arbeit verändert sich durch die stationäre Einrichtung nicht. Nach wie vor soll gelten: ambulant vor stationär. Die Menschen sollen zu Hause sterben können, in ihrer gewohnten Umgebung. Doch nicht immer ist das möglich. Deshalb baut der Verein das stationäre Hospiz.


 

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