Herzlich Willkommen auf der Webseite der Hospizgruppe Ingelheim e.V. 

Hospiz - Was heißt das?

Hospize beherbergten im Mittelalter Reisende, Pilger und Kranke. Heute versteht man unter Hospizarbeit die Begleitung sterbenskranker Menschen, ihrer Angehörigen und die Begleitung Trauernder. Anliegen der Hospizbewegung ist es, Menschenwürde und Lebensqualität möglichst bis zum Lebensende zu erhalten. Dabei bestimmen die Wünsche und Bedürfnisse des Kranken unser Handeln.
Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Fürsorge und Beistand dort, wo der Mensch in dieser Zeit lebt: Zuhause, im Heim oder im Krankenhaus
  • Körperliche Beschwerden bestmöglich lindern durch Schmerztherapie und Symptomkontrolle
  • Mündigkeit und Würde des Kranken bewahren helfen durch persönlich-seelischen Beistand ohne weltanschauliche oder religiöse Bevormundung
  • Unterstützung beim voneinander Abschiednehmen und dem Regeln “letzter Dinge“
  • Hilfe und Entlastung für Angehörige und Freunde
  • Begleitung Trauernder

Aktuelles:

AZ 31.10.2016 - Schwieriges Thema ins Klassenzimmer bringen
Von Beate Schwenk

An der IGS führte die Hospizgruppe Ingelheim jetzt ein Projekt rund um das Thema Trauer und Sterben durch. Foto: Thomas Schmidt

TOD UND TRAUER Hozpizgruppe spricht mit Zehntklässlern der IGS Ingelheim / Positive Resonanz bei den Schülern

INGELHEIM - Es ist kein einfaches Thema für die Jugendlichen. Und doch sind die meisten der Schülerinnen und Schüler interessiert und motiviert bei der Sache. Auch weil das Team der Hospizgruppe den Zehntklässlern das Thema behutsam und sensibel nahe bringt. Es geht um Trauer und Tod, um Sterbebegleitung oder Patientenverfügungen. Fragen, mit denen sich viele erst beschäftigen, wenn sie direkt betroffen sind. Stirbt ein enger Freund, oder wird ein naher Angehöriger zum Pflegefall, dann fehlen oft Kenntnisse über Unterstützungsangebote und Strategien, um die Emotionen zu verarbeiten. In manchen Familien versuchen die Eltern sogar, Trauer und Leid von ihren Kindern fern zu halten. Das aber führt eher dazu, dass Berührungsängste zunehmen.

Projekt mit insgesamt vier Klassen

Die Hospizgruppe Ingelheim geht einen anderen Weg. Für die Arbeit mit Schülern qualifizierte Ehrenamtliche bringen das Thema ins Klassenzimmer, diskutieren mit den jungen Menschen und beantworten Fragen. Neben der Projektwoche für Grundschüler (Hospiz macht Schule) gibt es inzwischen auch ein Angebot für weiterführende Schulen. Der im vergangenen November erstmals an der IGS durchgeführte Projekttag ist auf solch positive Resonanz gestoßen, dass die Hospizgruppe die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder anbietet.

Im letzten November sei das Projekt mit zwei zehnten Klassen und zwei Ehrenamtlichen gestartet worden, sagt Maresa Biesterfeld, die das Projekt der Hospizgruppe koordiniert. In diesem Jahr sind alle vier Klassen der Jahrgangsstufe 10 mit dabei. Das ist möglich, weil nicht nur weitere ehrenamtliche Kräfte der Ingelheimer Hospizgruppe die Schulung absolviert haben, sondern auch weil man mit der Hospizhilfe Bingen kooperiert, die sich mit zwei Fachkräften beteiligt.

Dass das Projekt bei den Zehntklässlern auf Interesse stößt, bestätigen die jungen Leute im Gespräch. „Es ist kein leichtes Thema“, sagt der 16-jährige Tim, „aber es wird gut vermittelt“. Normalerweise gehe man nach Beerdigungen ja schnell wieder zur Tagesordnung über, meint Tim. Hier könne man sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigen. „Ich finde es sehr gut, dass uns das Thema nähergebracht wird“, sagt der 15-jährige Enes. „Man lernt etwas fürs Leben.“ Zum Beispiel über Anlaufstellen und Hilfsangebote, über Hospizarbeit, Palliativmedizin oder Vorsorge. „Es kann jeden Tag etwas passieren“, weiß die 15-jährige Estelle. Deshalb habe sie mit ihren Eltern nach dem Projekttag über Vorsorgemöglichkeiten gesprochen. „Sie wollen jetzt eine Patientenverfügung ausfüllen“, stellt die Schülerin zufrieden fest. Für Njomza (15) war es interessant zu erfahren, was Sterbebegleitung genau ist. Zuvor habe sie mit dem Begriff nicht viel anfangen können. Jetzt ist das anders. „Das nimmt die Last von der Familie“, ist die Schülerin überzeugt.

Offener Umgang soll Sorgen und Ängste reduzieren

Vor dem Projekttag war den allermeisten Schülern nicht klar, womit sie konfrontiert werden würden. „Manche hatten auch die Befürchtung, dass sie noch nicht reif genug für das Thema sind“, sagt Maresa Biesterfeld. Die Projektarbeit zeige jedoch, dass die 15- bis 16-Jährigen ganz ähnliche Ängste, Gedanken oder Fragen hätten wie die Erwachsenen.

Der offene Umgang mit dem Thema soll dazu beitragen, Hemmungen, Sorgen und Ängste zu reduzieren.


Termine 2017 für die Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter stehen fest:

Einführungsseminar: 5. – 7.5.2017
Grundseminar   30.6. - 2.7. 2017
Aufbauseminar  18.8. - 20.8. 2017
Vertiefungsseminar  20.10. - 22. 10. 2017

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